Der New Music Award tappt im Dunkeln

Am Dienstagabend war es soweit. Die Berlin Music Week im Rahmen der Popkomm wurde mit der Preisverleihung des New Music Awards eröffnet. Über 500 Bands hatten sich über die 9 Jugendradiowellen der ARD beworben. Die Radiosender nominierten je eine Band, die sich am Dienstagabend im Berliner Admiralspalast in einer fünfstündigen Veranstaltung mit je 3 Songs live präsentierten. Introvertierte Gefühlsballaden zu Akustikgitarren wechselten sich mit Indie-Rockgeschrammel ab. Lustigerweise hatte man nur bei den wenigsten das Gefühl, dass sie eine echte Chance auf Airplay bei den sie nominierenden Radiosendern hätten. Innovation jedenfalls sieht anders aus. Auch der Preisgewinner ebenso wie die Vorjahressieger, die die abschließenden Jury-Beratungen überbrückten, bestachen durch einnehmende Musikgeschäftsinkomaptibilität. Die letztjährigen Sieger von Kraftklub spannten ihren Gitarrenindiebogen stärker in Richtung Punk und bedienten auch sonst textlich wie posenmäßig diese Attitüde: “Scheiß-Indie, Scheiß-Indie, Ich scheiß in die Disko. ” Herrlich! Fällt das schon unter die Jugendschutzauflagen für Radio Fritz? Am Dienstag zeigte sich die Jury beeindruckt von der geballten Energie zweier Techno-Nerds aus Bad Frankenhausen am Kyffhäuser, die zu ihrem Scooter-Proll-Techno sympathisch enerviert rumzuckten, stampften und wie verrückt “1-2-3-4″ und weitere Texte ins Mikro brüllten. Schon im vorgeschalteten Trailer zur Vorstellung der Band wirkten die Jungs so nett durchgeknallt und irgendwie unbeeindruckt. Damit hatten sie uns sofort auf ihrer Seite, auch wenn die Musik nach dem zweiten Song kaum noch erträglich war. Zum Glück wurden wir in unseren übersprudelnden Sympathien bestätigt, als der Sänger seinen Synthie mit einer forschen Tanzbewegung vom Stativ fegte und schrottete. So wussten wir, dass unsere Herzenssieger auch das Erbe des Rock’n'Roll gebührend zu Verteidigen wüssten. Erstaunlich war die allgegewärtige Gewöhnlichkeit der Nominierungen der Radiosender für einen Preis, der sich als Sprungbrett versteht. Interessante Newcomer werden wohl eher anderenorts entdeckt werden müssen. Was sagt das nun eigenlich über die nominierenden Musikredakteure aus? Andererseits haben Radiosender wie Fritz so innovative Bands wie Seeed oder Beatsteaks groß gemacht. Starting by saying that we’ve noticed your service plan may need updating, the email goes on to explain its tethering feature, and then notes, ur records show that you use this capability, but are not subscribed to our tethering plan. Wollen wir also noch einmal Milde walten lassen und das nächste Jahr abwarten.

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